06.03.2025
Thomas Müller
Security Consulting
Fallstudie: Sicherheitsprüfung eines Rechenzentrums auf versteckte Elektronik und Sprengstoffe

Ausgangssituation
Ein führendes Unternehmen aus dem Finanzsektor betreibt ein hochsicheres Rechenzentrum, das kritische Transaktions- und Kundendaten verarbeitet. Aufgrund der zunehmenden Bedrohung durch elektronische Abhörgeräte, versteckte Spionagehardware und potenzielle Sabotage durch Sprengstoffe entschied sich das Unternehmen für eine umfassende physische Sicherheitsprüfung. Ziel war es, das Rechenzentrum auf versteckte elektronische Bauteile sowie explosive Substanzen zu untersuchen, um potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen.
Durchführung der Sicherheitsprüfung
Um eine vollständige Sicherheitsbewertung durchzuführen, wurden zwei spezialisierte Prüfmethoden eingesetzt:
- Suche nach versteckter Elektronik mit einem Non-Linear Junction Detector (NLJD)
- Ein NLJD (Non-Linear Junction Detector) wurde eingesetzt, um versteckte elektronische Bauteile aufzuspüren. Diese Technologie erkennt aktive und passive elektronische Komponenten, selbst wenn diese nicht mit einer Stromquelle verbunden sind.
- Die Prüfung erfolgte insbesondere in Sicherheitszonen mit sensibler IT-Infrastruktur, wie Serverräumen, Schaltschränken, Netzwerkverteilern und Konferenzräumen.
- Der Fokus lag auf der Erkennung von nicht genehmigten oder manipulierten Geräten, die für Spionage, Abhörmaßnahmen oder unautorisierte Datenübertragungen genutzt werden könnten.
- Sprengstoffsuche mit einem Ionen-Mobilitätsspektrometer (IMS)
- Ein Ionen-Mobilitätsscanner wurde eingesetzt, um Spuren von Explosivstoffen in der Umgebungsluft, auf Oberflächen und an Gegenständen zu detektieren.
- Die Untersuchung konzentrierte sich auf Eingangsbereiche, Wareneingangszonen und technische Räume, in denen Sprengstoffe oder deren Rückstände möglicherweise unbemerkt in das Gebäude gelangen könnten.
- Zusätzlich wurden Lieferungen, Servergehäuse, Kabelschächte und Schränke überprüft, um das Risiko verborgener Bedrohungen zu minimieren.
Ergebnisse der Sicherheitsprüfung
- Erkannte elektronische Bauteile:
- Während der NLJD-Prüfung wurden mehrere nicht autorisierte elektronische Komponenten entdeckt, darunter ein unbekanntes Funksignalmodul in einem Technikraum.
- Diese Komponente konnte theoretisch zur unautorisierten Datenübertragung genutzt werden und wurde nach eingehender Analyse entfernt.
- Weitere kleine Bauteile wurden in einem älteren Netzwerkverteiler gefunden, der nicht mehr aktiv genutzt wurde.
- Sprengstoffüberprüfung:
- Während der IMS-Analyse wurden keine aktiven Explosivstoffe gefunden, jedoch wiesen einige Wareneingangspakete Spuren von chemischen Substanzen auf, die mit bestimmten Sprengstoffkomponenten in Verbindung gebracht werden könnten.
- Eine detaillierte Nachprüfung ergab, dass diese Spuren von einem Lieferfahrzeug stammen konnten, das vorher mit industriellen Chemikalien in Kontakt gekommen war.
Identifizierte Sicherheitslücken
- Fehlende regelmäßige Elektronikprüfung: Es gab bisher keine festgelegten Sicherheitsroutinen zur Entdeckung nicht genehmigter elektronischer Geräte innerhalb des Rechenzentrums.
- Keine durchgehende Kontrolle von Lieferungen auf chemische Rückstände: Der Wareneingang wurde nicht systematisch auf Sprengstoffspuren oder chemische Substanzen überprüft.
- Veraltete oder unzureichend dokumentierte IT-Infrastruktur: Einige ungenutzte Netzwerkkomponenten wurden übersehen und könnten potenziell Sicherheitsrisiken darstellen.
Empfohlene Maßnahmen zur Sicherheitsverbesserung
- Regelmäßige NLJD-Prüfungen in Sicherheitsbereichen
- Einführung eines halbjährlichen Scans aller sensiblen Bereiche, um das Auftreten nicht genehmigter elektronischer Komponenten frühzeitig zu erkennen.
- Ausbau der Zugriffskontrollen für Wartungsarbeiten, um sicherzustellen, dass keine unautorisierte Elektronik installiert wird.
- Erweiterung der Wareneingangsprüfung
- Implementierung von IMS-Screenings für alle eingehenden Lieferungen, insbesondere für IT-Hardware.
- Schulung des Sicherheitspersonals zur Identifikation verdächtiger chemischer Rückstände auf Paketen oder technischen Geräten.
- Verbesserte IT-Inventarisierung und Stilllegung alter Komponenten
- Einführung einer zentralen Dokumentation aller aktiven und stillgelegten Geräte, um ungeprüfte Elektronikreste zu vermeiden.
- Festlegung eines Verfahrens zur sicheren Entsorgung nicht mehr benötigter Netzwerk- und Serverhardware.
Ergebnis der Maßnahmen
Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wurden bei einer erneuten Sicherheitsprüfung sechs Monate später keine nicht autorisierten elektronischen Geräte mehr gefunden. Die Einführung regelmäßiger NLJD-Scans und IMS-Prüfungen führte dazu, dass alle neu eingebrachten Geräte und Materialien lückenlos überprüft wurden.
Diese Fallstudie zeigt, wie wichtig spezialisierte Prüfverfahren für versteckte Elektronik und Sprengstoffdetektion sind, um Sicherheitsrisiken in Rechenzentren zu minimieren. Regelmäßige Inspektionen und eine verbesserte Sicherheitsstrategie gewährleisten langfristig einen höchstmöglichen Schutz vor Sabotage, Spionage und physischer Bedrohung.